Ich habe Recht – Ist es wirklich wichtig Recht zu haben?

Hallo ich bin Uta Nimsgarn...

Kennst Du die Frage, an der unzählige Ehen und Liebesbeziehungen
zerbrechen? Wegen der ganz viele Kriege geführt wurden und immer noch
geführt werden? Und um die sich zahllose Selbstgespräche, die wir in unserem
Kopf führen, drehen? Um meine Sicht dazu geht es hier.

Wie diese Frage lautet?

Sie heißt:

Wer hat Recht?

 

Sie kann auch heißen: Ist das wahr?
Eigentlich gipfelt es darin, dass ich natürlich davon ausgehe, dass ICH Recht
habe.
Ich hatte im letzten Podcast darüber gesprochen, ob wirklich alles möglich ist?

Und das ist eine Frage, über die wird unerbittlich in unterschiedlichen Lagern
gekämpft, wer recht hat. Nämlich, dass alles möglich ist, oder dass eben nicht
alles möglich ist. Und wie bereits besprochen, gibt es unzählige Antworten auf
diese Frage, nämlich ob sie wahr ist oder nicht.

Je nachdem, in welcher Situation ich gerade bin, auf welche Situation ich es beziehe,

WER überhaupt diese Antwort gibt, wird die Antwort immer unterschiedlich sein.

Deswegen kann es DIE eine richtige Antwort auf z. B. diese Frage nicht geben und wer
hat dann Recht?

Oder diese ganzen inneren Selbstgespräche, die Geschichten, die wir uns
erzählen:
– Ich bin nicht gut genug.
– Meine Kindheit hat mich so geprägt.
– Dieses Ereignis war so wichtig, das muss einfach berücksichtig werden.
– Also ich hatte definitiv einen roten Pullover an.

Wer hat Recht?

 

Und genau darum geht es: Was bedeutet dieses Recht haben?
Ist es WIRKLICH so wichtig, ob etwas wahr ist, also ob ich recht habe, oder
nicht? Ich möchte gar nicht darauf eingehen, was Wahrheit bedeutet. Denn das
ist ein sehr großes Thema, weil es uns nicht unbedingt um die Wahrheit geht.
Sondern

– dass wir Recht haben,
– dass unsere Meinung die Richtige ist,
– dass wir die richtige Erinnerung haben,
– dass wir genau wissen, wie es damals war, oder auch nicht,
– dass wir Recht haben!
Denn das steht hinter dieser Frage „Ist es wahr?“.

Deswegen sind auch diese negativen Selbstgespräche oft so zerstörerisch,
wenn es darum geht „Ich bin nicht gut genug“. Ich sage dann „Mensch, Deinen
Selbstwert kannst Du ganz einfach trainieren. Der hat nichts mit Mindset zu
tun. Du kannst einfach Deine alten Geschichten loslassen.“

Dann höre ich oft „Nein, diese alten Geschichten kann ich nicht loslassen, die
sind doch wahr .“

Als ob das Loslassen bedeuten würde, dass wir sie für falsch halten. Das
Loslassen in diesem Fall bedeutet einfach nur, dass ich die Vergangenheit
ruhen lasse. Das heißt nicht, dass etwas, was passiert ist, plötzlich nicht mehr
wahr sein soll.

Es ist ganz egal, ob es wahr ist, oder nicht!
Was hat es für eine Bedeutung, ob es wahr ist, oder nicht?
Alles hat die Bedeutung, die wir ihm geben.

Ich habe für mich eine ganz andere Frage gefunden, die mir aus diesem
Dilemma heraus hilft. Denn ich frage schon lange nicht mehr „Ist das wahr?
Stimmt das?“ und überprüfe alle meine Gedanken und in Situationen.
Sondern ich frage mich:

Ist dieser Gedanke nützlich?

Wenn ich dann feststelle JA, dieser Gedanke ist absolut nützlich, dann kann ich
weitermachen.

Wenn ich aber feststelle NEIN, in dieser Situationn ist dieser Gedanke überhaupt
nicht nützlich – egal, wie wahr er ist – dann macht es Sinn, einen neuen
Gedanken zu finden, eine neue Geschichte zu finden, die nützlicher für mich ist
und die mich dort hinbringt, wo ich hin möchte. Die mir hilft, das erfüllte
Leben zu leben, dass ich mir wünsche.

Deswegen habe ich für mich dieses „Ist es wahr? Habe ich Recht?“ ersetzt mit
„Ist es nützlich?“. Das hat für mich eine sehr große Wende gebracht in meinem
Leben. Nicht nur im Kontakt mit anderen, sondern ich beginne mal in den
Selbstgesprächen mit mir „Ich bin nicht gut genug.“

Dafür finde ich eventuell ganz viele Gründe und das ist dann vielleicht „wahr“.
Aber ist dieser Gedanke nützlich?

Nein!

Und dann brauche ich mich mit dem Gedanken auch nicht weiter beschäftigen.
Dann ist es doch sehr viel besser mir zu überlegen: Ok, welchen Gedanken
könnte ich noch denken? Da geht es nicht darum, einen Gedanken zu finden
und zu lügen, sondern andere Gedanken, die ich ebenfalls für wahr halte.

Die deutsche Sprache ist da ja wirklich wunderschön, weil Wahr-heit und Wahr-
nehmen, sind relativ ähnlich. Wenn wir da hinschauen ist die Wahrheit, das was wir wahrnehmen, also das, war wir als wahr annehmen.

Deswegen ist die Frage:
Was ist überhaupt die Wahrheit?

Da wird es hochphilosophisch und tief, wenn wir da hineingehen würden.
Deswegen finden wir auch so schwer Antworten.

Bei der Frage „Ist dieser Gedanke für mich nützlich?“, wenn ich gerade denke
„Ich bin nicht gut genug“, werde ich relativ schnell auf die Antwort kommen
„Nein, er ist überhaupt nicht nützlich.“ Denn es könnte auch noch andere
Wahrheiten geben, die ich vielleicht bisher einfach nicht wahr-genommen
habe. (Sind das nicht schöne Wortspiele, wo wir einfach für uns mal
hinschauen können? 😉

Bei mir hat der Ego-Kampf etwas aufgehört, also das Gefühl immer recht
haben zu müssen, von mir losgelassen wurde.

Das kommt sehr stark aus unserem Ego, wo wir uns in die Trennung begeben.

Die Trennung im Gespräch mit anderen, aber auch in die Trennung mit uns und unserem Herzen.

Für mich mündet die Frage „Ist es nützlich?“ in einem neuen Bewusstsein, das die Trennung überwindet.

Wo es nicht mehr darum geht, wer recht hat, oder wer die Wahrheit gepachtet hat.

Wie schon manches alte Foto zeigt, war ich zutiefst überzeugt, ich hatte einen
roten Pullover an. Dann gucken wir auf das Foto und der Pullover war grün.
Das mit der Wahrheit kann also manchmal anders sein, als ich dachte.

In dem Moment, wo ich aus dem „Ich habe recht und Du bist falsch“ aussteige
und dem anderen auch nicht mehr beweisen muss, dass er falsch ist, sondern
ich mich einfach fragen kann „Ist das jetzt gerade nützlich, was wir machen,
oder geht es nur darum, das mein Ego recht hat?“, kann ich anders mit der
Situation umgehen. Das bedeutet nicht, dass ich klein beigeben muss und dass
ich zu etwas ja sagen muss, was ich nicht möchte, sondern es bedeutet einfach
nur, mich zu öffnen für neue Antworten, für eine neue Sicht auf DIE Wahrheit.

Ich glaube schon, dass es nur 1 Wahrheit gibt, aber die so groß ist, dass wir
eben immer nur einen Teil davon sehen. Wenn ich einen Schritt zurücktreten
kann (und das geschieht bei mir durch die Frage „Ist das nützlich?“), dann
kann ich vielleicht Aspekte dieser großen Wahrheit wahrnehmen, die ich vorher
nicht wahrnehmen konnte und schon verändert sich mein Bild. Es tritt eine
Öffnung ein, eine Entspannung, die vorher nicht da war, weil die Fronten nicht
mehr verhärtet sind.

Es gibt den Spruch: Willst Du recht haben oder willst Du glücklich sein?
Genau darum geht es!
Was bringt mir das, ob ich recht habe oder nicht?
Denn wenn ich recht habe, dann setze ich den anderen unweigerlich ins

Unrecht. Aber woher will ich wissen, dass es wirklich so ist, dass es nur meine
Sicht gibt, meine Wahrheit? Vielleicht ist die Wahrheit des anderen ein Teil der
viel größeren Wahrheit, die ich nur nicht erkenne.

Deswegen probier einfach mal aus, was es für Dich macht, wenn Du nicht
fragst „Ist es wahr und hab ich recht?″, sondern Du Dich ab und zu mal fragst
„Ist dieser Gedanke nützlich? Um was geht es gerade eigentlich wirklich?“
Diese Frage kann wirklich Ehen retten und Frieden schaffen. Ich spüre das mit
dem Frieden in mir ganz extrem. Seitdem sind diese Situationen, wo es so
verhärtete Fronten gab, zwischen mir und mit meinem Recht und dem Recht
des anderen, die sind nicht mehr da.

Das schafft Frieden.
Das öffnet.

Für mich und mein Leben ist das sehr bereichernd. Außerdem kann ich
aufhören in der Vergangenheit zu graben, um Beweise zu finden, dass ich nicht
gut genug bin oder das etwas aus meiner Kindheit kommt.

Ich muss nicht beweisen, dass es wahr ist. Ich muss dem anderen nicht sagen, dass ich
natürlich nicht nicht gut genug bin, weil da diese und jene Situationen waren.
Nein. Ich kann sie in der Vergangenheit lassen und muss sie nicht immer
wieder erzählen. Das gibt mir die Möglichkeit meinen Fokus auf das zu richten,
wo ich hin will.

Das geht durch die Frage „Ist der Gedanke gerade nützlich?“, wenn ich spüre
NEIN, dann richte ich meinen Fokus eben auf einen nützlichen Gedanken.
Für mich ist das eine große Befreiung und deswegen teile ich es mit Dir, weil es
wirklich nur ein ganz kleiner Schritt ist, es ist nichts Großes. Aber er kann
WUNDER machen, er kann Dich soviel freier machen, soviel entspannter und
kann soviel mehr Freude in Dein Leben bringen. Das ist unglaublich.
„Ist es nützlich“?

Und dann können wir doch darauf pfeifen, ob es wahr ist, oder nicht und uns
die Diskussionen, die nur Zeit kosten, einfach sparen. Wir können leben,
Freude haben und Dinge tun, auf die wir richtig Spaß haben. Das ist absolut
nützlich 😉

Deswegen wünsche ich Dir und mir, dass wir immer öfter dieses recht-haben-
wollen ersetzen können, durch die Frage „Ist es nützlich? Bringt das gerade was? Bringt es uns dorthin, wo wir hin wollen, zu mehr Freude, mehr Lebendigkeit, einem erfüllteren Leben, zu mehr Frieden?“.

Denn dann kommen wir automatisch genau dorthin.
Viel Freude auf Deinem Weg dorthin 🙂

Hier kannst Du Dir die Episode anhören

 

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